FilmHamburg

Storytelling ist der Kern jedes guten Films

Lars Plickert ist Director Business Development und Teamleiter bei K16. In seinem Team entstehen neben einer großen Bandbreite an Kommunikationsprojekten auch Filme. Wir haben Lars zu Bewegtbild bei K16 und zum Storytelling in Filmen befragt.

Lars, seit wann macht K16 Bewegtbild?

Klassische Erklärfilme machen wir bei K16 schon lange. Allerdings hat das ganze Thema Filmproduktion bei uns noch einmal deutlich Fahrt aufgenommen, als wir 2013 ein neues Team aufgestellt haben und darin auch das Thema Animationsfilm verankert haben.

Dafür war es wichtig, unser Know-how in den Bereichen Illustration und Motion Design auch durch neue Menschen zu verstärken. Das hat uns im Bereich Animationsfilm in sehr kurzer Zeit weit nach vorne katapultiert. Inzwischen haben wir einzelne Kunden, bei denen wir im Jahr zehn Animationsfilme machen – ein Riesensprung für uns!

Warum beauftragen Kunden uns? Was machen wir anders als andere Agenturen?

Ich denke, dass wir eine gute Mischung aus Imagefilm und erklärenden Elementen hinbekommen. Dabei ist für uns das wichtigste Kriterium, das wir am Ende selber zu unseren Filmen stehen und sie gut finden. Natürlich kann es auch mal vorkommen, dass wir auf einen Film nach einem Jahr zurückblicken und sagen: „Das würden wir heute nicht mehr so machen“.

Das zeigt mir aber vor allem, dass man sich in dem Bereich, in dem wir unterwegs sind, ständig neu erfinden muss und nie zufrieden geben darf. Filme, die von der Stange sind und die immer das gleiche Muster repetieren, halten wir aber auch kommunikativ nicht für wirkungsvoll. Deshalb glauben wir, dass wir am Markt mit unserem individualisierten Ansatz gut aufgestellt sind und einen Wettbewerbsvorteil gegenüber dem einen oder anderen Anbietern haben, der standardisierter unterwegs ist.

„Wir wollen uns nicht wiederholen, sondern immer wieder neu erfinden.“

Wie schafft Ihr es, trotz individueller Herangehensweise effizient zu sein?

Klar, ganz ohne Standardisierung geht es nicht. Natürlich finden sich in Filmen, die wir machen, auch wiederholende Muster. Der entscheidende Punkt ist aber, dass wir einen sehr disziplinierten Prozess entwickelt haben, der die Kunden von Anfang an aktiv in die Entwicklung des Filmes miteinbezieht. Das ist ganz entscheidend, um nicht nur effizient durch ein Projekt zu kommen, sondern am Ende auch genau die richtigen Inhalte und Botschaften zu transportieren.

Ein typisches Filmprojekt setzen wir heute in vier bis sechs Wochen um – von der Strategie und Storyline über die Illustration und die Komposition eines Musikstücks bis hin zum Videoschnitt. Das geht nur, wenn man sehr effektiv und strukturiert unterwegs ist – und das sind wir.

„Wir beziehen unsere Kunden von Anfang an aktiv in die Entwicklung des Filmes mit ein.“

Du sprichst über Animationsfilme. Wie sieht es denn mit Unternehmens- und Imagefilmen aus?

Das Thema Film ist in der Tat natürlich breit und vielfältig. Insofern war es für uns wichtig, uns im ersten Schritt auf einen Bereich zu konzentrieren, in dem wir das meiste Potenzial für uns gesehen haben. Aber das heißt natürlich nicht, dass wir nicht auch Projekte beispielsweise im Realfilmbereich machen. Hier arbeiten wir viel mit externen Kameraleuten, Producern und Cuttern zusammen. Gerade im Bereich Realfilm ist der Apparat, der hinter einem Projekt steckt, einfach sehr groß.

Aber bei allen Spielarten, bei jedem mitreißenden Film gibt es einen Kern, um den sich alles dreht: Das ist Storytelling. Und da haben wir Kollegen an Bord, die die Vorstellungskraft und die Visionen haben, entsprechende Formate zu denken. Es ist auch nicht ausgeschlossen, dass wir künftig auch im Realfilmbereich eigene Produktionskapazitäten aufbauen. Mit unserem Netzwerk sind wir aber auch heute schon so stark aufgestellt, dass wir die Umsetzung beispielsweise eines Unternehmensfilms jederzeit wuppen können – und von der konzeptionellen Denke her ohnehin.

„Content ohne Emotion funktioniert nicht.“

Was ist wichtiger: Emotion und Image oder Story und Content?

Beides ist wichtig, weil die eine Seite ohne die andere nicht funktioniert. Einerseits erleben wir immer mehr, dass unsere Kunden Erklärvideos anfragen, diese aber als Image-Element in der Kommunikation verwenden wollen. Andererseits spüren wir bei unseren Kunden immer stärker das Bedürfnis nach authentischer und ernsthafter Kommunikation, und die beginnt bei der Vermittlung von Inhalten.

Aber eine mitreißende und bewegende Story ist ja selbst schon ein emotionales Element, das einen Inhalt transportiert. Die Kunden fühlen sich natürlich bei ihren Inhalten zuhause und legen verständlicherweise sehr viel Wert auf formale Richtigkeit. Ob eine Botschaft am Ende verfängt, hängt aber ganz stark von der richtigen Emotion ab.

Dazu gehört beispielsweise auch ein in Filmen häufig unterschätztes Medium: die Musik. Deshalb arbeiten wir mit Komponisten zusammen, die in der Lage sind, den dramaturgischen Spannungsbogen einer Geschichte musikalisch perfekt zu untermalen. Aber natürlich haben wir dann erst einmal eine Diskussion mit dem Kunden, der eine Position von vielleicht 1.000 Euro im Angebot findet und fragt, warum wir nicht eine Musikkonserve verwenden. Da ist also häufig Überzeugungsarbeit zu leisten. Aber am Ende ist ein Film ohne die richtige Emotion eben kein guter Film und das bedeutet, das Medium in all seinen Dimensionen zu denken.

„Filme können die neuen Schnellboote der Kommunikation werden.“

Als Director Business Development beschäftigst Du Dich auch mit dem Thema Produktentwicklung. Wohin bewegt sich der Markt in der Zukunft? Und welche Rolle spielt K16 in diesem Spiel?

Auf der technischen Seite beschäftigen uns K16-weit natürlich Trends wie 360°-Videos und Virtual Reality. Inhaltlich spricht der Boom in den Social-Media-Kanälen dafür, dass es in der Kommunikation stärker um kurze Formate und Content Pieces gehen wird. Dabei wird auch Bewegtbild weiterhin eine wichtige Rolle spielen. Aber eben häufig kürzer, prägnanter und stellenweise auch werblicher und direkter – etwa eingesetzt im Rahmen von Facebook Canvas.

Filme können dabei die neuen Schnellboote der Kommunikation werden. Und das ist eine Chance für uns, da wir die Themen unserer Kunden schnell und flexibel so auf die Straße bringen können, dass man sie versteht und sie „sexy“ sind. Auch wenn zukünftig noch neue Leute dazu kommen werden – für dieses Spiel sehe ich uns im Filmbereich mit den Menschen, die wir schon an Bord haben, gut gerüstet.

Menü