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“Selbstsicherheit beim Vortrag kann man trainieren”

Hallo Thorsten, was genau machst du bei K16?

Angefangen habe ich als Art Director und einige Zeit im Design und der Entwicklung von Präsentationen gearbeitet. Heute bin ich hauptsächlich im Projekt- und Accountmanagement tätig und treibe das Thema Schulungen bei K16 intensiv voran. Dazu gehören das Ausarbeiten von Schulungsunterlagen, Entwickeln von Workshops und natürlich auch das Abhalten von Schulungen selbst.

Wenn man die vielen Kommunikationskanäle betrachtet, die Unternehmen heute zur Vermittlung ihrer Inhalte zur Verfügung stehen – welche Position nehmen Präsentationen da ein?

Im Zeitalter der sozialen Medien könnte man meinen, dass Präsentationen Old School sind und kaum noch Bedeutung haben. Das Gegenteil ist aber der Fall. Meine Präsentation sagt mindestens genau so viel über mich und mein Unternehmen aus, wie die Kleidung, die ich trage. Situationsgemäß wähle ich die passende Kleidung aus – ähnlich ist es mit dem Kommunikationskanal.
„Nicht immer das Rad neu erfinden.“

Automatisierung und der Einkauf standardisierter Folienbibliotheken sind ja große Themen. Wie beurteilst du da die Qualität? Ist das eine Konkurrenz für echtes Präsentations-Design?

Wenn es eine einfache Präsentation ist, können gute Folienbibliotheken durchaus ein wertvolles Hilfsmittel sein. Man muss ja nicht immer das Rad neu erfinden. Bei Events und First Class-Projekten kommt es jedoch auf jedes I-Tüpfelchen an und man braucht individualisierte Lösungen. Dann schlägt die Stunde des Designers, der mit jahrelanger Erfahrung aus unzähligen Projekten und einem grafischen Verständnis auf ganz andere Ideen kommt, als jemand, dessen primäre Aufgaben woanders liegen.

Was sind deiner Meinung nach die am häufigsten auftretenden Probleme bei der Erstellung und Gestaltung von Präsentationen?

Bei K16 haben wir acht wesentliche Schwachstellen identifiziert, die uns immer wieder begegnen. Der Klassiker ist, dass das Corporate Design des Unternehmens nicht ausreichend berücksichtigt wird. Dafür gibt es unterschiedliche Gründe. Manchmal ist das CD nicht auf Powerpoint und die Bedingungen von Präsentationen adaptiert, manchmal tritt der persönliche Geschmack des Bearbeiters in den Vordergrund.
„Botschaft und Ergebnis sind gleich wichtig.“

Wie schafft man es denn, die relevanten Botschaften zu identifizieren und bestmöglich in Szene zu setzen? Können dabei methodische Ansätze wie z.B. Storytelling helfen?

Absolut! In der B2B-Kommunikation hat sich das pyramidale Prinzip bewährt. Hier wird mit einer Kernfrage (Herausforderung) und einer Kernbotschaft (Lösung) gearbeitet, die dann auf max. 15-20 Seiten dargestellt wird. Das ist allerdings ein sehr nüchterner Ansatz. Möchte ich mehr Emotionen erzeugen, kann das Storytelling ins Spiel kommen. Es kommt ja nicht nur auf die Botschaft an, sondern auch auf das gewünschte Ergebnis.

Kann denn jeder prinzipiell jede Präsentation überzeugend halten? Welche Persönlichkeitsaspekte muss man beachten?

Vor allem sollte ich mich in meiner Präsentatoren-Haut wohl fühlen. Wenn das nicht gegeben ist, sehe ich große Schwierigkeiten, selbst die beste Präsentation überzeugend zu halten. Wenn ich unsicher bin, wird sich das immer irgendwo zeigen und vorbei ist es mit der Überzeugungsfähigkeit. Die gute Nachricht ist aber: diese Art von Selbstsicherheit beim Vortrag kann man trainieren.
„Visualisierungsideen werden am häufigsten nachgefragt.“

Du leitest ja regelmäßig Trainings und Schulungen rund um Präsentations-Themen. Welche Inhalte werden besonders häufig in Schulungen nachgefragt? Und wo siehst du den größten Nachholbedarf?

Mit Abstand am häufigsten kommt die Frage nach Visualisierungsideen, also „wie gestalte ich ansprechende Charts?“. In unseren Schulungen gehen wir gezielt auf die typischen Themen ein und erklären den Teilnehmern, was sie mit Text- oder Zahlenwüsten machen können, welche visuellen Konzepte es gibt, wie man mit Bildern eine Botschaft unterstreichen kann und wie Inhalte mit Animationen so aufbereitet werden können, dass sie klar und ansprechend rüber kommen.

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