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In Bewegung setzen: Wie ihr Flughöhe in Präsentationen herstellt

Coming soon: Teil 5 – Die Renaissance der Fakten: Warum Daten die stärksten Geschichten erzählen

Es war noch nie einfach, die Welt zu verändern. Wer mit Präsentationen Menschen bewegen möchte, sollte die richtige Flughöhe von Präsentationen im Auge behalten und sein Publikum mit auf eine Reise nehmen. Und definitiv braucht er einen langen Atem, denn eine Präsentation ist meistens erst der Anfang.

Was es braucht um Menschen in Bewegung zu bringen

Im letzten Blog Das Prinzip Storytelling: Für das emotionale Feuer in euren Präsentationen war davon die Rede, wie im Storytelling Wissen implizit und explizit in Form von Metaphern aufgenommen wird, und wie Geschichten euch dabei helfen, Inhalte und Botschaften besser in den Köpfen zu verankern. Gleichzeitig hatten wir auch schon über die Dimension Sinn gesprochen. Das, was Simon Sinek das Why nennt und namensgebend für seinen Bestsellertitel Start with Why wurde.

Wenn Du ein Schiff bauen willst, dann rufe nicht die Menschen zusammen, um Holz zu sammeln, Aufgaben zu verteilen und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre sie die Sehnsucht nach dem großen, weiten Meer.

Antoine de Saint-Exupéry, französischer Schriftsteller

Aber was bedeutet das konkret und wie stellt ihr dieses Why konkret im Kontext einer Präsentation her? Zunächst einmal macht Euch bewusst, dass eine Präsentation für euer Publikum eine Reise ist. Es startet am Anfang in einer Ausgangsituation A und ihr wollt das Publikum mitnehmen auf eine Reise zu einem Endzustand B. Diese Endzustand liegt vielleicht sogar außerhalb eurer Präsentation: Ihr wollt vielleicht, dass das Publikum eure Botschaften in die Welt weiterträgt, ein Verhalten ändert, eine etablierte Sichtweise ändert oder zur Erreichung eines Ziels beiträgt.

Vielleicht habt ihr euch schon über die Zielsetzung eurer Präsentation Gedanken gemacht und was ihr mit eurer Präsentation erreichen wollt. Das ist gut. Dann ist die nächste Frage, wie verbinden sich eure Ziele mit den Zielen eures Publikums? Die Eigenschaft, die euch hier hilft ist Empathie: Stellt euch eurer Publikum konkret vor. Welche Bedenken, Vorbehalte stehen im Raum? Und wie könnt ihr mit dem was ihr anzubieten habt, das Leben, den Alltag, die Arbeit eures Gegenübers verbessern? Oder auch, was könnte passieren, wenn das Publikum eurem Call-to-Action nicht Folge leistet.

Ihr müsst die Menschen lieben, wenn ihr sie ändern wollt.

Johann Heinrich Pestalozzi, Schweizer Pädagoge

Gibt es einen Bauplan für eine Präsentation mit Flughöhe?

In einem TED-Talk beschreibt Nancy Duarte, Gründerin der mehrfach ausgezeichneten Agentur Duarte, anhand der I have a dream-Rede von Martin Luther King und der bekannten Key Note, die Steve Jobs 2007 zur Einführung des iPhones gehalten hat, ein wiederkehrendes Muster der Präsentationen, das sich Anleihen aus der Heldenreise und des klassischen Dramas nimm. Duarte beschreibt das folgendermaßen: 1. Am Anfang steht die Beschreibung des Zustands der derzeitigen Welt. 2. Im Mittelteil werden gegensätzliche Inhalte, die zwischen dem, was ist und dem was sein könnte abwechseln. 3. Im Schluss endet die Präsentation auf einer höheren Ebene, als sie begonnen haben. Die Zuhörer verlassen die Präsentation mit dem festen Vorsatz aktiv zu werden. Der besondere Rhythmus der Präsentation ergibt sich aus der Kontrastierung der Ebenen “Was ist” und “Was sein könnte”.

Präsentationen als Teil von transformativen Prozessen

Eine Präsentation ist logischerweise immer nur ein Punkt in einer Kette kommunikativer Ereignisse, die Veränderungen in den Köpfen der Zielgruppe/des Publikums erzeugen. Nancy Duarte und Patti Sanchez wählen in ihrem Buch Illuminate das Bild eines Fackelträgers, dessen Mission darin besteht, das Feuer der Veränderung am Brennen zu halten. Im Werkzeugkasten des Fackelträgers sehen sie vier wesentliche Kommunikationsmittel, die bezeichnender Weise über eine singuläre Präsentation hinausreicht.

Reden halten

Reden sind synonym zu verstehen mit Präsentationen, denn jede Präsentation ist naturgemäß auch immer eine Rede. Reden/Präsentationen sind das Medium, das Ideen und Visionen wirkungsvoll transportieren kann. Sie handeln, wie oben beschrieben, von der Welt, wie sie könnte. Empathie mit dem Publikum schafft Solidarität Durch die im besten Fall physische Nähe zum Publikum lassen sich hier Widerstände und Vorbehalte des Publikums produktiv einbeziehen.

Geschichten erzählen

Während Präsentationen sich zwischen Gegenwart und Zukunft hin- und herbewegen, folgt eine Geschichte der Veränderung des Protagonisten. Hier geht es darum ihm zuzusehen, wie er sich anstrengt, Hindernisse zu bewältigen, wie er daran scheitert und sie schließlich doch noch überwindet. Das ermögliche uns, so Patti Sanchez und Nancy Duarte, uns mit dem Protagonisten aber auch mit der in der Geschichte enthaltenden Idee zu verbinden.

Zeremonien

Spannend ist, welche Bedeutung Patti Sanchez und Nancy Duarte Zeremonien zuordnen. Zeremonielle Handlungen sind dabei Gemeinschaftserlebnisse, beispielsweise um wichtige Übergänge zu markieren und kollektive Emotionen aufzugreifen. Sie stärken das Zusammengehörigkeitsgefühl und stärken das Engagement.

Symbole einsetzen

In Bewegungen können Symbole und Artefakte eine wichtige Rolle spielen. Das können Zeichen, Gegenstände, Wörter oder auch Vorgänge sein. Denkt beispielsweise an die Symbolkraft von “Fridays for Future”. So assoziieren sowohl der Slogan als die damit verbundene Zeremonie, freitags für den Klimaschutz zu demonstrieren, Idee und Werthaltung der gesamten Bewegung.

Warum Flughöhe nicht gleich Flughöhe ist

Zugegeben sind wir nicht mit jeder Präsentation auf der Flughöhe von “Fridays for Future” oder Martin Luther King unterwegs und ihr werdet nicht mit jeder Präsentation gleich eine Produktinnovation wie das iPhone einführen. Die Flughöhe eurer Präsentation sollte also eurem Thema angemessen sein. Dennoch spricht grundsätzlich nie etwas gegen eine Einordnung in den Sinn und das große Ganze, denn ohne diese Orientierung werdet ihr mit eurer Präsentation auch das Publikum nicht in Bewegung setzen. Und das sollte am Ende schon eurer Ziel sein, dass ihr mit eurer Präsentation etwas auslöst. Sonst wäre die Frage: Wofür präsentiert ihr? Oder warum sollte eurer Publikum kommen und Euch zuhören?

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Über Lars und seine Arbeit bei K16

Ich bin seit 2005, nur unterbrochen durch einen kurzen Ausflug in die Gründerszene, bei K16 und betreue heute als Strategischer Berater und Kommunikationsexperte Unternehmenskunden aus praktisch allen Branchen. Dazu gehören Projekte der Change-Kommunikation, der Markenentwicklung und Kommunikation im Rahmen von Events.
Ein Medium, an dem man bei K16 dabei definitiv nicht vorbeikommt, sind Präsentationen. Aus meiner Sicht eine der schönsten und wirkungsvollsten Kommunikationsformen überhaupt, weil sich hier Themen unmittelbar und persönlich mit Menschen verbinden.
In Workshops und Trainings berate ich Kunden dabei, wie sie die Geschichten für ihr Präsentationsthema − oft sind das komplexe B2B-Themen − in wirkungsvolle Präsentationen übersetzen und dabei auf der Bühne vor Publikum bestehen. In diesem und den folgenden Blogbeiträgen, möchte ich Erkenntnisse aus diesen Trainings und meiner Arbeit in Kundenprojekten teilen.

Weitere Insights zu Präsentationen, Präsentationstrainings und Vorlagen erhaltet ihr regelmäßig hier im Blog sowie in unserem Podcast K16 Stories – Kommunikation, die Funken schlägt. Der Podcast ist bei Apple Podcasts, Deezer, Spotify sowie auf unserer Webseite zu hören.

Bei Fragen, Anmerkungen und Anregungen freuen wir uns auf Ihre E-Mail an info@k16.de oder über Ihre Nachrichten per Kontaktformular.

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